2.6.1 Export und benötigte Devisen

Durch stei­gende Wirt­schafts­kraft ab den sech­zi­ger Jah­ren erga­ben sich für die DDR bes­sere Mög­lich­kei­ten für Devi­sen ein­brin­gende Exporte. Wäh­rend bei den Gütern für den Welt­han­del auf bes­sere Gestal­tungs­qua­li­tät geach­tet wurde, hat­ten die sel­ben für den Bin­nen­markt jedoch deut­li­che Abweichungen:

„[…] muss hier auf Anord­nung mehr impro­vi­siert als innovativ-gestalterisch inves­tiert wer­den.“1

Der Bür­ger hatte keine große Pro­dukt­aus­wahl und musste häu­fig kau­fen was gerade zu haben war. Somit wur­den begehrte Pro­dukte schnell zu Bück­ware, also Güter, die man zum Bei­spiel nur durch beson­dere Bezie­hun­gen zum Ver­käu­fer erhielt (wel­cher sich bücken musste, um das gefragte Pro­dukt für den Kun­den hervorzuholen).

Bezüg­lich der Gestal­tung von Möbeln in den sieb­zi­ger Jah­ren, bemän­gelt Anita Bach:

“Die Möbel­ent­wick­lung folgte weit­ge­hend dem Wett­lauf der Kon­kur­ren­ten des Export­mark­tes und weni­ger der Suche um die kulturell-ästhetisch best­mög­li­che Befrie­di­gung der Bevöl­ke­rung, einem huma­nis­tisch ori­en­tier­ten Ziel […].“2

Dar­über hin­aus wur­den auf­grund der knap­pen Roh­stoffe viele impor­tierte Fer­tig­teile und Tech­nik wie­der für den Export ver­wen­det. Um die mög­li­chen Impor­teure eher über­zeu­gen zu kön­nen, ver­zich­tete man meist auf die voll­stän­dige Her­kunfts­an­ga­ben der DDR-Produkte und änderte zusätz­lich den Mar­ken­na­men. Dadurch waren zugleich höhere Devi­sen mög­lich. Ebenso üblich waren edlere Werk­stoffe, um den Kauf­reiz des West­käu­fers anzu­re­gen, wie auch das Ein­bauen von leicht abnutz­ba­ren Mate­ria­lien.3

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  1. Gün­ter Höhne, Die Bes­ten für den Wes­ten, in: Höhne (Hrsg.) 2009, S. 192.

  2. Anita Bach, Horst Michel und die Wei­ma­rer Archi­tek­tur­lehre – Rück­blick, in: Eisele (Hrsg.) 2004, S. 149.

  3. Vgl. Gün­ter Höhne, Die Bes­ten für den Wes­ten, in: Höhne (Hrsg.) 2009, S.192f und Höhne 2001, S. 12f.