2.8 Zwischenfazit

Im Bezug auf die Aus­gangs­fra­gen die­ser Arbeit, lässt sich nun bereits in Kürze zusammenfassen:

  • DDR-Design lebte nicht nur von Ide­en­ar­mut und Trend-kopierenden Gestal­tungs­lö­sun­gen ‒ im Gegen­teil, es ent­wi­ckelte die Theo­rien der Vor­gän­ger­schu­len wei­ter und streute zudem bedeut­same Lösungs­ideen wie das Offene Prin­zip mit ein.
  • In der DDR hiel­ten die Form­ge­stal­ter an den Tra­di­tio­nen fest, wäh­rend man sich in BRD und ande­ren Län­dern zuletzt eher zum, optisch beein­dru­cken­den, ita­lie­ni­schen (Anti-)Design wandte.
  • Opti­sches Sty­ling wurde von den Gestal­tern wei­test­ge­hend abgelehnt.
  • Gestal­ter wie Horn und Die­tel bemüh­ten sich dem Nut­zer krea­tive und ein­brin­gende Mög­lich­kei­ten zu geben und ver­kör­per­ten außer­dem einen sozia­len Grund­ge­dan­ken in ihren Entwürfen.
  • Den­noch hat­ten diese Merk­male Ver­brei­tungs­pro­bleme durch meh­rere mas­sive Ein­schrän­kun­gen. Beson­ders ab den sieb­zi­ger Jah­ren, bedingt durch die herr­schende Par­tei­ideo­lo­gie, der Man­gel­wirt­schaft,1 dem AiF und dem Außenhandel.

Die all­ge­mei­nen Gebrauchs­gü­ter eines DDR-Haushaltes waren somit nicht alle äußer­lich dem Bau­haus­ge­dan­ken nach­emp­fun­den, son­dern eher dem der Par­tei­ideo­lo­gie und den gerade vor­han­de­nen Gütern, hat­ten aber den­noch oft eine län­gere Verschleißdauer.

Wie Gün­ter Höhne wäh­rend eines Gesprächs außer­dem erklärte, war der lang­le­bige Qua­li­täts­an­spruch der Pro­dukte nicht im gesam­ten Ost­eu­ropa, son­dern haupt­säch­lich in der DDR zu finden.

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  1. Wobei die Man­gel­wirt­schaft gewiss auch einen Anteil daran besitzt, dass in der DDR auf lang­le­bi­ges Design geach­tet wer­den musste.