3.5 Die Verbindung des DDR-Designs mit heutiger Gestaltung

Der Gegen­satz zwi­schen unse­ren kurz­le­bi­gen Gütern und denen aus DDR-Zeiten machte sich auch schon frü­her bemerk­bar. Gün­ter Höhne benennt ein Kontrast-Beispiel aus den acht­zi­ger Jahren:

„Da hat­ten die Pols­ter­mö­bel­ent­wer­fer im säch­si­schen Oelsa-Rabenau sich alle Mühe gege­ben, eine für den West­ex­port bestimmte neue Kol­lek­tion mit beson­ders hoch­wer­ti­gen, stra­pa­zier­fä­hi­gen Tex­ti­lien aus­zu­staf­fie­ren. Auf der Leip­zi­ger Konsumgüter-Herbstmesse den Ein­käu­fern stolz prä­sen­tiert, schlu­gen diese die Hände über den Köp­fen zusam­men. ‘Aber das hält ja ewig! Zieht um Him­mels Wil­len was Ver­schleiß­freu­di­ges drauf. Das muss nach zwei, drei Jah­ren ver­nutzt sein, soll ‘raus aus der guten Stube und was Neues hin­ein!’“ [Her­vor­he­bung im Ori­gi­nal]1

Hin­sicht­lich der glo­ba­len öko­no­mi­schen und öko­lo­gi­schen Krie­sen­sym­ptome wird die Not­wen­dig­keit, die Eigen­schaf­ten der Ost­form, wie sie etwa Kas­s­ner nennt,2 in unsere heu­tige Zeit ein­flie­ßen zu las­sen, jedoch immer dringender.

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  1. Höhne 2001, S.15.

  2. Vgl. Kas­s­ner 2009, S. 6.